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Thorsten Schmitt Healthbuddy

Welches Magnesium bei Verstopfung? Die Rangfolge dreht sich

Thorsten Schmitt · aktualisiert 3 Min. Lesezeit
Welches Magnesium bei Verstopfung: Wasserglas, Kapseln, Pflaumen und Leinsamen
Inhalt dieses Beitrags
  1. Warum ausgerechnet Magnesiumoxid gewinnt
  2. Welches Magnesium bei Verstopfung: die Studienlage
  3. Die Formen im Vergleich
  4. So dosierst du dich heran
  5. Was zusätzlich in Bewegung bringt
  6. Wenn Medikamente im Spiel sind
  7. Meine Produktempfehlung
  8. Wichtig
  9. Häufige Fragen

Welches Magnesium bei Verstopfung wirkt, dreht die übliche Rangfolge um. Die Form, die bei Krämpfen und Migräne hinten steht, führt hier die Liste an — und zwar aus einem Grund, der sofort einleuchtet.

Warum ausgerechnet Magnesiumoxid gewinnt

Bei allen anderen Anwendungen zählt, wie viel Magnesium ins Blut gelangt. Genau deshalb empfehle ich sonst Citrat, Bisglycinat oder Malat.

Bei Verstopfung dreht sich diese Logik um. Hier zählt das Magnesium, welches im Darm bleibt. Es zieht osmotisch Wasser ins Darmlumen, macht den Stuhl weicher und regt die Darmbewegung an. Magnesiumoxid wird zu einem großen Teil nicht aufgenommen — und genau das macht es hier so wirksam.

Welches Magnesium bei Verstopfung: die Studienlage

Eine randomisierte placebokontrollierte Studie verglich Magnesiumoxid direkt mit Senna, einem klassischen pflanzlichen Abführmittel. 90 Patienten mit chronischer Verstopfung nahmen teil, im Schnitt seit fast zehn Jahren betroffen.

Gruppe Ansprechrate
Placebo 11,7 %
Senna 69,2 %
Magnesiumoxid 68,3 %
Am J Gastroenterol 2021;116(1):152–161, PMID 32969946

Magnesiumoxid erreichte damit dieselbe Wirksamkeit wie Senna — und das bei einem Mineralstoff, den dein Körper ohnehin braucht. Eine weitere doppelblinde Studie bestätigt die Richtung bei chronischer Verstopfung (J Neurogastroenterol Motil 2019;25(4):563–575, PMID 31587548).

Der Vorteil gegenüber Senna liegt in der Dauer: Anthrachinone wie in Senna eignen sich für kurze Zeiträume, Magnesium begleitet dich dauerhaft.

Die Formen im Vergleich

Form Wirkung im Darm Wann sie passt
Magnesiumoxid Stark osmotisch Erste Wahl bei Verstopfung
Magnesiumcitrat Deutlich osmotisch Sehr gut, wenn du gleichzeitig die Speicher füllen möchtest
Magnesiumsulfat Sehr stark osmotisch Kurzfristig, als Bittersalz bekannt
Magnesiumbisglycinat Gering Wird gut aufgenommen und wirkt darum kaum im Darm
Magnesiummalat Gering Dasselbe Prinzip wie Bisglycinat

Mein Favorit für die Praxis ist Magnesiumcitrat, sobald du beides erreichen möchtest: eine ruhigere Verdauung und gefüllte Magnesiumspeicher. Citrat wirkt zuverlässig osmotisch und liefert gleichzeitig gut verfügbares Magnesium.

So dosierst du dich heran

Der Weg führt über die kleinste wirksame Menge. Starte mit 300 mg elementarem Magnesium am Abend und steigere alle drei Tage um 100 mg, bis der Stuhlgang weich und regelmäßig kommt.

Trinke ausreichend dazu — osmotisch wirksames Magnesium braucht Wasser, um seine Aufgabe zu erfüllen. Ein bis zwei Gläser zur Einnahme sind die Grundlage.

Der Zeitpunkt am Abend hat sich bewährt, weil die Wirkung dann über Nacht einsetzt und der Morgen entspannt beginnt.

Was zusätzlich in Bewegung bringt

  • Ballaststoffe aufbauen: 30 g täglich sind das Ziel. Wie du dorthin kommst, liest du unter Ballaststoffe Tagesbedarf.
  • Morgens ein Glas warmes Wasser: Es aktiviert den gastrokolischen Reflex.
  • Bewegung nach dem Essen: Zehn Minuten Gehen bringen die Darmmuskulatur in Gang.
  • Feste Toilettenzeit: Der Darm mag Rhythmus, am besten 20 bis 30 Minuten nach dem Frühstück.
  • Fußbank nutzen: Die Hockposition öffnet den Enddarmwinkel und macht den Gang leichter.

Weitere bewährte Ansätze findest du unter Verstopfung Hausmittel.

Wenn Medikamente im Spiel sind

Einige Dauermedikamente verlangsamen die Darmpassage und senken gleichzeitig den Magnesiumstatus. Dazu zählen Protonenpumpenhemmer, entwässernde Mittel und einige Blutdrucksenker. Details dazu findest du unter Diuretika Nebenwirkungen und Pantoprazol Langzeiteinnahme.

Meine Produktempfehlung

Für den doppelten Nutzen aus weicherem Stuhlgang und gefüllten Speichern nutze ich Magnesia 7:1 von NatuGena mit 400 mg elementarem Magnesium aus sieben Verbindungen, darunter Citrat und Carbonat. Die Monatspackung kostet 29,95 Euro, ab drei Packungen 26,95 Euro.

Wer den Ballaststoffanteil gleich mit anhebt, ergänzt BallaststoffPur mit löslichen und unlöslichen Fasern aus Guarkernmehl, Akazienfaser, Inulin und FOS. 345 g reichen 30 Tage und kosten 35,95 Euro.

Partnerlinks. Mit dem Code 0624 bekommst du 10 Euro Rabatt auf deine erste Bestellung bei NatuGena.

Wichtig

Bei eingeschränkter Nierenfunktion gehört jede Magnesiumergänzung in ärztliche Abstimmung, weil die Ausscheidung verändert ist. Bei plötzlich veränderten Stuhlgewohnheiten, Blut im Stuhl oder ungewolltem Gewichtsverlust gehört die Abklärung an den Anfang.

Häufige Fragen

Welches Magnesium bei Verstopfung wirkt am schnellsten?

Magnesiumoxid und Magnesiumcitrat. Beide werden im Darm nur teilweise aufgenommen und ziehen dadurch Wasser ins Darmlumen. Die Wirkung setzt meist innerhalb von sechs bis zwölf Stunden ein.

Wie viel Magnesium bei Verstopfung pro Tag?

Starte mit 300 mg elementarem Magnesium am Abend und steigere alle drei Tage um 100 mg, bis der Stuhlgang weich kommt. Trinke ein bis zwei Gläser Wasser dazu.

Kann ich Magnesium dauerhaft gegen Verstopfung nehmen?

Ja, das ist einer der großen Vorteile gegenüber pflanzlichen Abführmitteln vom Anthrachinon-Typ. Magnesium ist ein Mineralstoff, den dein Körper täglich braucht, und eignet sich damit für die dauerhafte Anwendung.

Warum wirkt Bisglycinat bei Verstopfung kaum?

Bisglycinat wird sehr gut ins Blut aufgenommen, weshalb wenig davon im Darm verbleibt. Genau diese Eigenschaft macht es bei Krämpfen zur guten Wahl und bei Verstopfung zur schwächeren.

Magnesium oder Senna bei chronischer Verstopfung?

In der direkten Vergleichsstudie lagen beide praktisch gleichauf, 68,3 Prozent gegenüber 69,2 Prozent Ansprechrate. Für die Dauer spricht Magnesium, weil es zusätzlich den Mineralstoffhaushalt versorgt.

#Mikronährstoffe#Vitalität

Thorsten Schmitt

Über den Autor

Thorsten Schmitt

Seit rund 20 Jahren in der Gesundheitsbranche: Ernährungscoach mit Schwerpunkt Laborwert-Analyse, zertifizierter Darm- und Mykotherapeut, Experte für Mikronährstoffe und Epigenetik. Als „Healthbuddy“ begleitet er Klienten online und spricht als Referent auf Kongressen und Firmenevents.

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